Israelische Realitäten nach dem 7. Oktober

Vortrag von Oliver Vrankovic, Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Stuttgart
Mo., 30.03.2026 | 19:00 | LEERSTAND, Willy-Brandt-Platz 1, 46045 Oberhausen

Der Judenmord im westlichen Negev am 7. Oktober hat Israel als materiellen Schutzraum für Jüdinnen und Juden nachhaltig erschüttert und die Gesellschaft traumatisiert. In der Geiselnahme fand und findet die Grausamkeit ihre Fortsetzung und ruft Bilder des Holocaust wach. Das Versprechen „Nie wieder“ wurde gebrochen. Für die Israelis ist der 7. Oktober nicht abgeschlossen; die Aufarbeitung stellt eine enorme Herausforderung dar.

Ideologien wurden erschüttert, lang gepflegte Überzeugungen haben sich als trügerisch erwiesen. Ein Schwerpunkt des Vortrags liegt auf der Auseinandersetzung mit der Ideologie des Linkszionismus und der Frage, was nach dem 7. Oktober davon geblieben ist. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Erörterung der Möglichkeit eines Neuanfangs für die israelische Gesellschaft. Das fortwährende Trauma, die erneut aufgebrochene gesellschaftliche Spaltung, die derzeitige Aussichtslosigkeit eines Auskommens mit den Palästinensern, regionale Bedrohungsszenarien sowie der weltweit erstarkende Antisemitismus machen einen solchen Neuanfang zu einer großen Herausforderung.

An den Realitäten, die viele Israelis zum Umdenken gezwungen haben, lassen sich auch Irrtümer aufzeigen, die in deutschen Medien und politischen Entscheidungsprozessen gepflegt wurden – Irrtümer, die es künftig zu vermeiden gilt.

Oliver Vrankovic hat die überfallenen Kibbuzim besucht und mit Überlebenden, Angehörigen von Ermordeten und Gefallenen, mit Reservisten sowie Evakuierten gesprochen. Er berichtet über zivilgesellschaftliches Engagement, führte zahlreiche Gespräche mit linkszionistischen Funktionär:innen und Aktivist:innen und verfolgte über ein Jahr hinweg aufmerksam Nachrichten, Expert:innenrunden und die Stimmung auf der Straße. Als Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Stuttgart fragt er kontinuierlich danach, welche Aufgabe die deutsche Israelsolidarität in diesen Tagen hat.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit Dissens Duisburg statt, die sich kritisch mit politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen auseinandersetzen und sich wie kitev gegen Antizionismus und Antisemitismus einsetzen und regelmäßig Diskussions- und Bildungsformate organisieren.

Weitere Informationen zu Dissens Duisburg gibt es auf Instagram: instagram.com/dissens_duisburg