Pandemie, Klimawandel, Kriege, ökonomische Krisen – die Welt scheint aus den Fugen. Während die einen in Verschwörungserzählungen, Esoterik oder autoritäre Fantasien flüchten, verteidigen andere die „Vernunft“ – allerdings eine Vernunft, die sich oft als rein funktional erweist: nützlich, effizient, systemerhaltend. Normal – Eine Besichtigung des Wahns nimmt beide Seiten in den Blick und fragt polemisch, satirisch und analytisch: Was gilt heute als normal? Und was ist daran bereits Ausdruck eines kollektiven Wahns?
Die szenische Lesung untersucht den schmalen Grat zwischen Irrationalismus und einer Vernunft, die nur noch Mittel zum Zweck ist. Sie richtet sich gegen verschwörungsideologischen Wahn ebenso wie gegen eine Normalität, die soziale Härten, Ausschlüsse und gesellschaftliche Katastrophen als Sachzwang akzeptiert.
Mit scharfem Witz, theoretischer Präzision und politischer Zuspitzung beleuchten Ebermann, Mense und Thamer die Frage, warum das „Normale“ so viel Zustimmung erfährt – und weshalb gerade darin eine Gefahr liegt.
Ein Abend, der provoziert, irritiert und zum Weiterdenken zwingt.
Einlass: 18:30 Uhr.
Weitere Informationen zum Projekt und zu den Hintergründen der Produktion finden sich unter: vernunftwahn.de.
