10.01.2026

OPEN ACADEMY kitev – Gemeinsam lernen, verbinden und Zukunft denken

Im Rahmen von TUAM2 – The Urban Art Mycelium brachte die OPEN ACADEMY kitev unterschiedliche künstlerische und diskursive Formate zusammen: das Symposium The Soil of Ecological Union, kuratiert von Yuri Yefanov und Natalia Matsenko, die Workshop-Reihe Sonic Spores, kuratiert von Margo Zālīte, sowie die kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Künstler:innen, Kurator:innen und der Refugees Kitchen Community. Von Beginn an stand dabei nicht nur künstlerische Produktion im Mittelpunkt, sondern vor allem Begegnung, Austausch und gemeinsames Lernen.

Die Veranstaltungen wurden von der kitev-Community sehr offen und positiv aufgenommen. Besonders die Zusammenarbeit und die Begegnungen zwischen Künstler:innen, Teilnehmer:innen und der Refugees Kitchen Community waren von gegenseitigem Vertrauen, Wärme und Empowerment geprägt. Es entstand ein Raum, in dem Wissen, Erfahrungen und Perspektiven geteilt werden konnten.

Das Symposium The Soil of Ecological Union machte sehr deutlich, wie groß der Bedarf an thematischem Austausch ist.

In Gesprächen über Boden als lebendiges System, über ökologische und technologische Zukunftsmodelle, über menschliche und nicht-menschliche Gemeinschaften sowie über urbane Natur und Aktivismus wurde sichtbar, wie viel wir voneinander lernen können. Viele Gespräche setzten sich über die eigentlichen Veranstaltungszeiten hinaus fort. Kurz nach dem Symposium entstanden neue internationale Kontakte und Projektideen. Für viele Beteiligte wurde das Treffen zu einem wichtigen Impuls, weiter gemeinsam zu denken – besonders angesichts der Klimakrise und der anhaltenden Situation in der Ukraine – und solidarisch miteinander in Kontakt zu bleiben.

Parallel dazu entwickelte die Workshop-Reihe Sonic Spores praktische, kollektive Arbeitsräume. Beim Bambus-Workshop entstand nicht nur eine räumliche Struktur für das Festivalzentrum, sondern auch ein gemeinsamer Prozess des Bauens und Lernens.

Die Zusammenarbeit mit der Refugees Kitchen Community spielte dabei eine zentrale Rolle. Die Verbindung von künstlerischer Praxis, sozialem Austausch und gemeinschaftlichem Arbeiten machte das Projekt lebendig und greifbar. Kunst wurde hier nicht nur gezeigt, sondern als Werkzeug genutzt – um Beziehungen aufzubauen, Erfahrungen zu teilen und neue Perspektiven auf Zusammenleben und Zukunft zu entwickeln.

OPEN ACADEMY kitev versteht Kunst als Raum, in dem alternative Zukünfte gedacht und erprobt werden können – besonders in Zeiten multipler Krisen. Inspiriert von Myzel-Netzwerken untersucht das Projekt, wie resiliente Formen gesellschaftlicher Verbindung entstehen können: dezentral, solidarisch, lebendig und anpassungsfähig.

TUAM2 hat gezeigt, wie wichtig solche Räume sind. Räume, in denen Kunst, Wissenschaft, Community-Arbeit und politische Realität nicht getrennt voneinander existieren, sondern sich gegenseitig stärken. Die entstandenen Netzwerke und Gespräche wirken über die Veranstaltungstage hinaus weiter – als Einladung, gemeinsam weiter zu lernen, zu arbeiten und solidarisch verbunden zu bleiben.

TUAM2 – The Urban Art Mycelium

Events (September / October 2025)

OPEN ACADEMY kitev – Part of TUAM2

Wed, Oct 1, 6–9 pm
Open Workshop – Spatial Architecture with Bamboo
Introductory bamboo workshop and construction of the festival center (DIY opening)

Thu, Oct 2, 6–9 pm
Symposium Showcase – The Soil of Ecological Union
6:00–7:30 pm Presentations and exchange
7:30–9:00 pm Music set

Fri, Oct 3, 6–8 pm
Workshop – Sound Art – Dance – Community
(LEERSTAND, Willy-Brandt-Platz 1, Oberhausen)
AI-based music production with Refugees Kitchen Community

Sat, Oct 4, 2–5 pm
Workshop – Interactive sound experiments
Guests from Ligeti Center Hamburg

Künstler:innen & Kurator:innen – Kurzbiografien

Lisa Biletska lebt und arbeitet in Kyjiw. In ihrer Praxis verbindet sie Text, Übersetzung und digitale Medien. Ihr Projekt Noha ist eine Plattform für literarisch-dokumentarisches Schreiben. Seit Beginn der russischen Vollinvasion dokumentiert sie ökologische Zerstörung, Kriegsfolgen und Lebensrealitäten ukrainischer Communities.

Paul Granjon ist Künstler und Pädagoge und arbeitet an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Ökologie. Bekannt wurde er durch selbstgebaute Robotik-Arbeiten. In aktuellen Projekten erforscht er u. a. elektrogene Bodenbakterien als Schnittstelle zwischen Kunst, Wissenschaft und Öffentlichkeit.

Vite Joksaite ist Kulturmanagerin, Kuratorin und Aktivistin. Ihre Arbeit verbindet künstlerische Praxis mit sozialem Wandel, Partizipation und Community-Arbeit. Sie ist langjähriges Mitglied des kitev-Teams und Mitkuratorin von TUAM2 sowie Gründerin von Village e.V.

Lina Kusaite ist Illustratorin, Eco-Art-Pädagogin und Coach mit Fokus auf ökologische Bildung und soziale Beziehungen im Kontext von Naturökosystemen. Sie entwickelt Workshops und Methoden, die Menschen mit Pflanzenwissen und Naturverbindungen vertraut machen.

Natalia Matsenko ist Kuratorin und Kunstkritikerin aus der Ukraine. Ihre Arbeit untersucht Landschaft, Umweltveränderungen, kulturelles Erbe sowie Beziehungen zwischen politischem und ökologischem Handeln. Sie arbeitet international an Ausstellungen und Forschungsprojekten.

Refugees Kitchen Community ist ein langfristiges kitev-Projekt, das Kunst, Kochen und politische Bildung verbindet. Als mobile Küche bringt das Projekt Künstler:innen und Geflüchtete zusammen und schafft Räume für Austausch, kulturelles Lernen und Diskussion über Fluchtursachen und globale Zusammenhänge.

Carlos Andrés Rico ist ein kolumbianischer Komponist, der zwischen klassischer, experimenteller und populärer Musik arbeitet. Seine Projekte verbinden künstlerische Forschung, Klangkunst und gesellschaftspolitische Themen, oft inspiriert von indigenen Kosmovisionen.

Jana Kerima Stolzer & Lex Rütten arbeiten als Künstler:innen-Duo an Installationen und Performances, die Beziehungen zwischen Natur, Technologie und Umwelt untersuchen. Ihre Arbeiten geben häufig nicht-menschlichen Perspektiven eine Stimme.

Yuri Yefanov ist Künstler und Filmemacher aus der Ukraine. Er arbeitet mit digitalen Simulationen, Game Engines und spekulativen Narrativen zu Zukunft, Krieg, Landschaft und Ökologie und entwickelt Visionen dezentraler Gesellschaftsformen.

Margo Zālīte ist Opernregisseurin, Kuratorin und Forscherin mit Fokus auf soziale und ökologische Gerechtigkeit. Sie arbeitet international im Musiktheater, in kuratorischen Projekten und in der Forschung zu nachhaltigen Theaterformen sowie KI und sozialer Praxis.



Lisa Biletska lives and works in Kyiv. She combines text, translation, and digital media. Her project Noha is a platform for literary-documentary writing. Since the Russian full-scale invasion, she has documented ecological destruction, war consequences, and realities of Ukrainian communities.

Paul Granjon is an artist and educator working at the intersection of art, technology, and ecology. Known for self-built robotics works, he currently researches electrogenic soil bacteria as an interface between art, science, and the public.

Vite Joksaite is a cultural manager, curator, and activist connecting artistic practice with social change, participation, and community work. She is a long-time kitev team member, co-curator of TUAM2, and founder of Village e.V.

Lina Kusaite is an illustrator, eco-art educator, and coach focusing on ecological education and social relationships within natural ecosystems.

Natalia Matsenko is a Ukrainian curator and art critic focusing on landscape, environmental change, cultural heritage, and the relationship between political and ecological action.

Refugees Kitchen Community is a long-term kitev project combining art, cooking, and political education. As a mobile kitchen, it brings together artists and refugees and creates spaces for exchange, cultural learning, and discussion about migration and global contexts.

Carlos Andrés Rico is a Colombian composer working between classical, experimental, and popular music, often connecting artistic research, sound art, and socio-political themes.

Jana Kerima Stolzer & Lex Rütten are an artist duo working on installations and performances exploring relationships between nature, technology, and environment, often giving voice to non-human perspectives.

Yuri Yefanov is a Ukrainian artist and filmmaker working with digital simulations, game engines, and speculative narratives about future, war, landscape, and ecology.

Margo Zālīte is an opera director, curator, and researcher focusing on social and ecological justice, sustainable theatre, and intersections of AI and social practice.